Ein Dashboard führt Kanäle zusammen, die verschieden zählen. Das ist sein Wert und seine Gefahr: Nebeneinanderstehen sieht wie Vergleichbarkeit aus.
Beispielansicht mit Demodaten — keine Kampagnenwerte. Die Zahlen und Zeitangaben im Bild gehören zur dargestellten Oberfläche und sind kein Ergebnis einer Kampagne von uns.
In fast jedem Gespräch über eine laufende Kampagne fällt dieselbe Frage: Was funktioniert eigentlich — und warum? Sie ist erstaunlich schwer zu beantworten, und der Grund ist nicht fehlende Technik. Es ist zu viel davon.
Wer über mehrere Kanäle wirbt, hat je Kanal ein System, je System eine Oberfläche und je Oberfläche eine eigene Sicht auf denselben Vorgang. Am Ende liegen die Antworten vor — nur an sieben verschiedenen Stellen und in sieben verschiedenen Zählweisen.
Kapitel 01Der Verlust passiert nicht durch Nachlässigkeit, sondern durch Addition. Jedes einzelne System liefert saubere Zahlen für seinen Bereich. Was keines liefert, ist die Beziehung zwischen den Bereichen.
Praktisch heißt das: Man kann sagen, wie viele Einblendungen eine Streaming-Kampagne hatte und wie viele Abschlüsse im Shop entstanden sind. Was man nicht sagen kann, ist, ob das eine mit dem anderen zu tun hat. Genau in dieser Lücke entstehen Entscheidungen nach Gefühl — nicht weil niemand rechnen will, sondern weil die Rechnung in keinem der Systeme steht.
Jedes System hat recht. Zusammen ergeben sie kein Bild.
Kapitel 02Ein Dashboard ist zunächst nichts weiter als ein Ort, an dem die Zahlen aus allen beteiligten Systemen ankommen — Streaming, Video, Anzeigen im Umfeld, E-Mail, Bestellabschluss, Formulare. Aus vielen Quellen wird eine Ansicht.
Der Nutzen entsteht dabei nicht durch die Ansicht selbst, sondern durch drei Dinge, die vorher nicht gingen:
Drei Arten von Beobachtungen, die in getrennten Systemen nicht entstehen:
Keine dieser Beobachtungen ist ein Urteil. Sie sind der Stoff, aus dem ein Urteil gemacht wird — dazu Kapitel 06.
Kapitel 04Bei einer einzelnen Kampagne mit klarem Anfang und Ende ist ein Dashboard bequem. Bei dauerhaft laufenden Kampagnen ist es der Unterschied zwischen Steuern und Zusehen.
Der Grund ist, dass die interessanten Größen erst über Zeit entstehen. Ob ein Kanal schwächer wird, ob eine Zielgruppe erschöpft ist, ob zwei Maßnahmen zusammen mehr bringen als nebeneinander — das sieht man nicht in einer Woche. Man sieht es im Vergleich von vierzig Wochen.
Deshalb ist die nützlichste Ansicht meistens nicht die aktuelle Zahl, sondern dieselbe Zahl über eine lange Achse. Eine Spitze ist erst interessant, wenn daneben steht, was in den zwanzig Wochen davor normal war.
Kapitel 05Hier liegt der Punkt, an dem ein Dashboard schaden kann. Wenn Zahlen aus verschiedenen Kanälen in einer Zeile untereinander stehen, sieht das nach Vergleich aus. Die Zählweisen dahinter sind aber verschieden.
Drei Beispiele, die im Alltag ständig vorkommen:
Ein gutes Dashboard löst das nicht, indem es die Unterschiede versteckt, sondern indem es sie benennt — an der Zahl, nicht in einer Fußnote. Wer Kanäle vergleichen will, braucht dafür eine Größe, die überall dasselbe bedeutet. Meistens ist das nicht die Einblendung, sondern der Abschluss und seine Kosten.
Eine Tabelle macht Zahlen nicht vergleichbar. Sie stellt sie nur nebeneinander.
Kapitel 06Ein Dashboard ersetzt keine Entscheidung. Es macht sichtbar, worüber entschieden wird — und das ist genug, wenn die Frage vorher steht.
Und dannWomit wir Kampagnen steuern und welche Kanäle angeschlossen sind, steht im Abschnitt Software. Wie die einzelnen Kanäle gemessen werden, steht je Kanal auf der Leistungsseite — zum Beispiel bei CTV und Streaming.
Zwei Artikel behandeln denselben Denkfehler an je einer Kennzahl: Warum mehr Traffic oft die Conversion Rate senkt und Retargeting auf Branding-Kampagnen — dort das Kapitel darüber, was jede Auswertung überschätzt.
Das ist die Frage, die vor dem ersten Bericht beantwortet sein muss — sonst zeigt jede Auswertung viel und klärt nichts. Sag uns, welche Entscheidung du später treffen willst, und wir sagen dir, was dafür gemessen werden muss.
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