Ein Gewinnspiel erzeugt zuverlässig viele Kontakte. Ob es auch brauchbare erzeugt, entscheidet sich vor dem Start — an der Frage, was man verlost und wofür man dabei etwas abfragt.
Wer über einen Gewinn kommt, hat Interesse am Gewinn gezeigt. Alles Weitere muss die Mechanik leisten.
Worauf dieser Artikel hinausläuftEs gibt wenige Werbemittel, deren Wirkung so verlässlich ist wie die eines Gewinnspiels. Wer etwas Attraktives verlost und die Hürde niedrig hält, bekommt Teilnehmer.
Genau das macht es zu einem der am häufigsten falsch eingesetzten Instrumente: Es liefert immer ein Ergebnis, und ob dieses Ergebnis etwas taugt, zeigt sich erst Monate später.
Kapitel 01Lange war ein Gewinnspiel eine Sache für bestehende Kunden: ein Anlass, sich wieder zu melden, ein bisschen Aufmerksamkeit für ein Produkt, ein netter Nebeneffekt für die Marke.
Heute steht meist die Gewinnung neuer Kontakte im Vordergrund, und der Rest ist die willkommene Nebenwirkung. Auf der Verkaufsfläche ist das gut zu beobachten: An einer Packung hängt ein Aufruf zur Teilnahme, verlost wird etwas, das mit dem Produkt nichts zu tun hat, und Händler führen inzwischen eigene Übersichtsseiten für die gerade laufenden Aktionen.
Mit der Verschiebung ändert sich der Maßstab, und das wird selten nachvollzogen. Ein Bindungsinstrument misst man an der Beteiligung. Eine Leadquelle misst man daran, was aus den Kontakten wird — und das sind zwei völlig verschiedene Zahlen.
Kapitel 02Der wichtigste Satz über Gewinnspiel-Kontakte ist zugleich der unbequemste: Wer teilnimmt, hat Interesse am Gewinn gezeigt. Nicht am Produkt, nicht an der Marke.
Das ist keine Kritik am Format, sondern seine Bauart — und daraus folgt die einzige wirksame Stellschraube. Je näher der Gewinn an dem liegt, was man verkauft, desto stärker ist die Aussage der Teilnahme.
Der Gewinn ist keine Kostenfrage. Er ist die Auswahl.
Kapitel 03Es gibt nicht das Gewinnspiel, sondern mehrere Bauarten mit deutlich verschiedenen Eigenschaften. Die Zuordnung ist der praktische Kern:
| Ziel | Bauart | Was die Teilnahme aussagt |
|---|---|---|
| Abverkauf anschieben | Produktcode oder Kassenbon | Am meisten: Es wurde gekauft. Der Kontakt ist ein Käufer |
| Kontakte gewinnen | klassische Verlosung, Zahlen- oder Coderaten | Am wenigsten. Teilnahme ohne jede Vorleistung |
| Umsatz je Vorgang steigern | Teilnahme an eine Bedingung geknüpft | Mittel: Die Bedingung wurde erfüllt |
| Besuch auf einer Fläche erhöhen | Schätzen, Rubbeln, Tresor | Mittel: Es wurde ein Weg zurückgelegt |
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Die dritte Spalte ist dabei die eigentliche Entscheidungshilfe, und sie führt zu einem unangenehmen Befund: Die Bauarten mit der schwächsten Aussage sind genau die mit der höchsten Beteiligung — und deshalb die, die am häufigsten gewählt werden.
Kapitel 04Der übliche Rat lautet: so wenig abfragen wie möglich. Er stimmt, und er wird meist als reiner Vorteil dargestellt. Das ist er nicht.
Jedes Feld, das wegfällt, erhöht die Teilnahme und senkt, was man über den Teilnehmer weiß. Am Ende steht entweder ein großer Bestand, über den man fast nichts weiß, oder ein kleinerer, mit dem man arbeiten kann. Beides ist vertretbar — nur muss man sich vorher entscheiden, und die Entscheidung hängt am Ziel aus Kapitel 03.
Die brauchbare Prüfung ist deshalb nicht „was wäre schön zu wissen", sondern: Welche Angabe verändert, was wir dieser Person als Nächstes schicken? Alles, was diese Frage nicht besteht, kostet Teilnehmer und bringt nichts.
Kapitel 05Was auch immer abgefragt wird — die Art der Abfrage entscheidet darüber, wie viele durchhalten. Fünf Punkte tragen am meisten:
Hier scheitern die meisten Gewinnspiele, und zwar nach ihrem Ende. Der Gewinn wird ausgespielt, der Bestand liegt in einer Datei, und drei Monate später fragt jemand, was man damit machen kann.
Drei Dinge müssen dafür schon vor dem Start feststehen — und sie sind die Vorbedingung dafür, dass die Frage nach der Zulässigkeit überhaupt beantwortbar ist:
Das ist keine Rechtsauskunft. Ob ein bestimmter Bestand für einen bestimmten Zweck verwendet werden darf, beurteilt, wer die Rechtsprüfung im Haus verantwortet. Was hier steht, ist nur: Ohne diese drei Angaben gibt es nichts zu beurteilen — und nachträglich lassen sie sich nicht herstellen.
Kapitel 07Vier Einschränkungen gehören dazu.
Die nützlichste Frage vor jedem Gewinnspiel ist deshalb nicht „was verlosen wir", sondern: Was soll die Teilnahme über den Teilnehmer aussagen? Wer darauf keine Antwort hat, bekommt Adressen und keine Kontakte.
Und dannWarum ein teurerer Kontakt oft der günstigere ist, steht in Warum ein höherer CPL oft der günstigere ist — es ist derselbe Gedanke wie in Kapitel 02, an der Kostenseite. Warum ein Bestand, mit dem nach dem ersten Kontakt nichts geplant ist, verfällt, steht in Standalone-Newsletter.
Was ein Bestand mitbringen muss, damit er nutzbar bleibt, steht in Warum ein eigener Datenbestand umziehen kann. Der Unterschied zwischen exklusiven und geteilten Kontakten steht auf Leadgenerierung.
Das ist die Frage, an der sich Gewinn, Bauart und Formular entscheiden — und sie steht vor allen anderen. Sag uns, was du verkaufst und wen du erreichen willst, und wir gehen die Zuordnung aus Kapitel 03 mit dir durch.
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