Ein Video weckt Interesse und kann es nicht einlösen — es hat keine Preisliste und kein Formular. Was danach kommt, steht in den meisten Kampagnen bei niemandem im Auftrag.
Die zweite Stufe vergrößert das Ergebnis der ersten nicht. Sie holt einen Teil davon zurück.
Worauf dieser Artikel hinausläuftEin Video ist gut darin, in wenigen Sekunden ein Thema zu setzen. Es ist schlecht darin, eine Frage zu beantworten, die daraufhin entsteht.
Das ist keine Schwäche des Formats, sondern seine Bauart. Interessant wird es erst dadurch, dass in den meisten Kampagnen niemand dafür zuständig ist, was als Nächstes passiert.
Kapitel 01In wenigen Sekunden lässt sich zeigen, dass es etwas gibt, wofür es gut ist und für wen. Das ist viel, und es ist mit Text schwerer zu erreichen.
Was in denselben Sekunden nicht geht: die Lieferzeit nennen, drei Ausstattungsstufen gegenüberstellen, eine Bedingung erklären, eine Frage beantworten, die während des Ansehens aufkommt. Ein Video hat keine Fläche für Details und keine Stelle, an der jemand etwas eingeben kann.
Daraus folgt eine schlichte Einordnung, die im Werbealltag oft untergeht: Ein Video ist der erste Schritt einer Strecke und in keiner erklärungsbedürftigen Sache ihr letzter. Wer es als vollständige Maßnahme bucht, hat die Hälfte gekauft.
Kapitel 02Die Lücke ist selten ein Denkfehler. Sie ist ein Zuständigkeitsproblem, und es sieht in fast jedem Haus gleich aus.
Der Videoteil wird eingekauft und läuft über die Mediaplanung. Der E-Mail-Teil läuft im eigenen Haus, über ein anderes System und mit einem anderen Budget. Zwischen beiden liegt keine Person, sondern eine Schnittstelle — und wo eine Schnittstelle liegt, liegt kein Auftrag.
Verstärkt wird das durch die Berichte. Die Videokampagne wird an Sichtbarkeit und Abrufen gemessen, das Nachfassen an Öffnungen und Klicks. Beide Berichte sehen gut aus, und keiner beantwortet die Frage, wie viele Menschen den Weg von der ersten zur zweiten Stufe gegangen sind.
Was zwischen zwei Berichten liegt, wird von keinem der beiden gemessen.
Kapitel 03„Man kann danach einfach per E-Mail nachfassen" ist der Satz, an dem die meisten Planungen scheitern — weil er zwei Voraussetzungen überspringt.
Erstens muss bekannt sein, wer reagiert hat. Ein Video, das im Umfeld läuft, liefert Abrufe und Sichtkontakte, aber keine Namen. Ein Name entsteht erst, wenn jemand etwas tut: eine Seite aufruft, ein Formular ausfüllt, sich anmeldet. Ohne diesen Schritt gibt es niemanden zum Nachfassen — nur eine Zahl.
Zweitens muss diese Person angeschrieben werden dürfen, und zwar für diesen Zweck. Wer das erst nach der Kampagne prüft, hat entweder einen unbrauchbaren Bestand oder ein Problem.
Ob eine Ansprache im Einzelfall zulässig ist, beurteilt nicht dieser Text und nicht das Versandsystem, sondern wer die Rechtsprüfung im Haus verantwortet. Was hier steht, ist die Vorbedingung: Ohne sie gibt es nichts zu beurteilen.
Kapitel 04Zwischen „Video läuft" und „Kontakt entsteht" gibt es mehrere Wege. Sie unterscheiden sich darin, wie viel sie voraussetzen und was sie hergeben.
Der vierte Weg ist der Grund, warum ein eigener Verteiler den Wert einer Videokampagne verändert, ohne selbst eine zu sein.
Kapitel 05Eine Beobachtung, die älter ist als jede Plattform und trotzdem regelmäßig übergangen wird: Eine Anzeige wird zusammen mit dem gelesen, was um sie herum steht.
Das klassische Beispiel ist die Lebensmittelwerbung neben einer Unglücksmeldung. Niemand hat das gebucht, und trotzdem entsteht ein Zusammenhang, den die Marke sich nicht ausgesucht hat.
Bei Video wiegt das schwerer als bei einem Standbild, weil ein Video Zeit beansprucht und eine Stimmung mitbringt. Deshalb ist die Frage nach den Umfeldern keine Feinheit für den Schluss, sondern gehört an den Anfang — vor die Frage, was der Tausenderkontakt kostet.
Kapitel 06Wenn die Lücke ein Messproblem ist, hilft eine Kennzahl mehr als eine Absichtserklärung. Drei Zahlen genügen, und alle drei sind ohne neues Werkzeug zu bekommen.
Die erste dieser drei Zahlen ist meist ernüchternd. Sie ist trotzdem die nützlichste, weil sie zeigt, wo das Budget verschwindet — nicht im Video und nicht in der E-Mail, sondern dazwischen.
Kapitel 07Vier Einschränkungen gehören dazu.
Die Frage an eine Videoplanung ist deshalb nicht, wie viele Menschen sie erreicht, sondern was mit denen passiert, die daraufhin etwas wissen wollen.
Und dannWarum ein Videokontakt je nach Umfeld unterschiedlich wirkt, steht in Nicht jede Reichweite wirkt gleich. Warum eine Flächenzusage die Wirkung nicht mitliefert, steht in Share of Voice, und warum die zweite Ansprache vom ersten Kontakt lebt, in Retargeting auf Branding-Kampagnen.
Der Bestand, den der vierte Anschluss aus Kapitel 04 voraussetzt, ist Thema von Warum ein eigener Datenbestand umziehen kann. Was wir im Video-Marketing übernehmen und für wen es nicht passt, steht auf der Leistungsseite.
Die erste Zahl aus Kapitel 06 — wie viele von der ersten auf die zweite Stufe kommen — steht in keinem Standardbericht und lässt sich in einer Sitzung zusammentragen. Sag uns, was läuft, und wir sehen es uns an.
Gespräch starten →