Display ist keine Anzeigenform, sondern eine Familie — alles Grafische, was auf einem fremden Bildschirm für dich wirbt. Dazu gehört das Banner, das jeder kennt, und drei Formate, die anders funktionieren. Der bekannteste Vertreter ist der schwächste, und das ist der Grund für diesen Text.
Beispielansicht einer Auswertung. Die fünf Werte und die Kurven darin sind Demodaten und stammen aus keiner echten Kampagne.
„Display Advertising" klingt nach einem bestimmten Format, und genau das ist es nicht. Der Begriff fasst alles zusammen, was grafisch auf einem fremden Bildschirm für dich wirbt — vom rechteckigen Banner am Seitenrand bis zum Vollbild auf dem Telefon.
Dass diese vier Dinge einen gemeinsamen Namen haben, ist der Grund für ein verbreitetes Missverständnis: Wer „Display" hört, denkt an das Banner — und hält damit die ganze Familie für so wirkungslos wie ihren schwächsten Vertreter. Dieser Text sortiert das.
Kapitel 01Alles Grafische, das auf einer fremden Seite für dich wirbt. Das umfasst Standbilder, bewegte Bilder, Videos und Anzeigen, die aussehen wie der Inhalt drumherum. Nicht dazu gehören die Textanzeigen in Suchmaschinen, Werbung in sozialen Netzwerken und alles, was im Postfach ankommt — die haben eigene Namen und eigene Regeln.
Der zweite Teil der Definition ist wichtiger und wird selten mitgesagt: Display bedeutet, dass du Platz auf einer Seite mietest, die jemand anderem gehört. Daraus folgt fast alles Weitere — dass du dich um das Umfeld kümmern musst, dass du nicht bestimmst, wer gerade vorbeikommt, und dass jemand die Fläche auch abschalten kann.
Display ist keine Werbeform. Es ist ein Mietverhältnis über Aufmerksamkeit.
Der Name kommt vom Bildschirm, nicht vom Format — im Deutschen sagt man Bildschirmwerbung, und das trifft es besser: Gemeint ist der Ort, nicht die Machart.
Zwei Abgrenzungen helfen weiter, weil sie oft falsch gezogen werden. Erstens ist Display nicht dasselbe wie „bezahlte Werbung im Internet" — Suchanzeigen sind bezahlt und gehören nicht dazu, weil sie aus Text bestehen und auf eine Absicht reagieren statt auf ein Umfeld. Zweitens ist Display nicht auf Werbenetzwerke beschränkt. Eine direkt beim Betreiber gebuchte Fläche ist genauso Display wie eine automatisiert eingekaufte; der Unterschied liegt im Einkaufsweg, den Kapitel 04 beschreibt.
Kapitel 02Der Unterschied zwischen den vier ist nicht die Gestaltung, sondern wie viel Platz das Werbemittel einnimmt — und daraus folgt, was der Mensch davor damit macht.
| Banner | Native Ad | Story Ad | Instream | |
|---|---|---|---|---|
| Platz | neben oder über dem Text | im Textfluss | Vollbild | im laufenden Video |
| Gestaltung | eigene, soll auffallen | die des Umfelds | eigene, Hochformat | Bewegtbild |
| Was der Mensch tut | überliest es | liest weiter | sieht zu | wartet ab |
| Aufgabe | Wiedererkennung | Interesse an einem Thema | Aufmerksamkeit für eine Marke | eine Botschaft in Ruhe |
| Braucht | Banner in festen Größen | ein Bild, zwei Zeilen | ein Hochformat-Motiv | einen fertigen Spot |
| Gemessen wird | Einblendungen, Klicks | was nach dem Klick passiert | wie weit gesehen wurde | wie weit gesehen wurde |
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Die Zeile „Was der Mensch tut" ist die praktisch wichtigste. Sie sagt, welche Kennzahl überhaupt sinnvoll ist: Ein Format, das überlesen wird, kann man an Einblendungen messen — mehr gibt es nicht. Ein Format, das gelesen wird, misst man an dem, was danach passiert.
Nach der Definition aus Kapitel 01 gehört noch etwas dazu, das in keiner Branchenliste auftaucht: die Fläche nach dem Kauf. Eine grafische Anzeige auf der Bestätigungsseite eines fremden Shops erfüllt jedes Merkmal — sie ist grafisch, sie steht auf einer fremden Seite, der Platz ist gemietet.
Sie unterscheidet sich in einem Punkt von allen vier oben, und der ist entscheidend: Bei Banner, Native, Story und Instream ist offen, ob der Mensch davor gerade kaufbereit ist. Auf der Bestätigungsseite ist diese Frage bereits beantwortet — er hat soeben bestellt. Das ist kein besseres Targeting, sondern ein anderer Zustand.
Wie die Fläche funktioniert und wonach sie abgerechnet wird, steht auf der Leistungsseite Checkout Marketing; warum sie wirtschaftlich anders rechnet, in Leitfaden 08, Kapitel 07.
Kapitel 03Drei Entwicklungen haben zusammengewirkt, und keine davon ist neu.
Daraus folgt nicht, dass Banner nutzlos sind. Sie sind billig, überall verfügbar und für eines gut: dass ein Name oft genug erscheint, um vertraut zu wirken. Sie sind nur kein Weg, jemanden zu einer Handlung zu bewegen — und genau dafür werden sie meistens gebucht.
Kapitel 04Zwei Fragen stehen zwischen dir und der Anzeige auf einer fremden Seite: Wie wird der Platz eingekauft, und wer bekommt die Anzeige zu sehen? Sie werden regelmäßig verwechselt, weil beides „Targeting" genannt wird — gemeint sind zwei verschiedene Vorgänge.
Der Einkauf läuft auf drei Wegen, und sie unterscheiden sich darin, wie viel du vorher weißt:
Der dritte Weg ist heute der Normalfall und der Grund, warum niemand vorher sagen kann, was tausend Einblendungen kosten werden: Der Preis entsteht erst beim Einkauf und hängt daran, wer sonst noch auf dieselbe Fläche bietet. Für dich heißt das, dass eine Preiszusage vorher immer eine Schätzung ist — wer eine feste Zahl nennt, hat entweder direkt eingekauft oder rechnet mit einem Sicherheitsaufschlag.
Programmatisch beschreibt den Einkauf, nicht das Werbemittel. Dieselbe Anzeige kann so oder so gebucht werden.
Es gibt zwei Wege zu entscheiden, wem eine Anzeige gezeigt wird, und sie unterscheiden sich grundlegend.
Der zweite Weg hat einen Nachteil, den man kennen muss: Er trifft die Situation, nicht die Person. Wer einen Artikel über Elternzeit liest, ist deshalb nicht zwangsläufig Elternteil. Dafür funktioniert er ohne die Voraussetzungen, die dem ersten Weg gerade wegbrechen — und er lässt sich vorher erklären, was bei einer Prüfung hilft. Rechtliche Einordnung, kein Rechtsrat.
Ein dritter Punkt gehört dazu und wird oft übersehen: Wo eine Anzeige NICHT erscheinen soll. Neben welchen Themen eine Marke nicht stehen will, ist eine Festlegung, die vor der Kampagne getroffen wird — nicht danach, wenn ein Screenshot herumgeht.
Kapitel 05Vier Modelle sind gebräuchlich, und die Wahl sagt mehr über die Risikoverteilung als über den Preis.
Je weiter hinten gemessen wird, desto weniger kann schiefgehen — und desto weniger Anbieter machen es mit. Wer pro Bestellung abrechnen will, verlangt vom Vermarkter, das Risiko einer Zielseite zu tragen, die er nicht gebaut hat.
Kapitel 06Von den vier Plätzen aus Kapitel 02 bieten wir zwei an, und die Auswahl folgt aus derselben Tabelle.
Zwei Formate anzubieten und zwei zu begründen ist ehrlicher als vier zu behaupten.
Die meisten Display-Anbieter arbeiten mit dem Banner, weil es überall verfügbar ist und jeder es kennt. Genau das ist auch sein Problem: Ein Format, das seit fünfundzwanzig Jahren an derselben Stelle sitzt, hat jedem Menschen im Netz beigebracht, wo er nicht hinsehen muss.
Die Formate, für die wir uns entschieden haben, sind Nischenformate — aber nicht aus Kleinheit. Der Unterschied liegt woanders:
Der ehrliche Preis dieser Entscheidung: Wir sind nicht der richtige Anbieter für eine Kampagne, die vor allem billig viele Einblendungen braucht. Dafür gibt es Häuser, die das besser und günstiger können — und die es auch anbieten sollten.
Und die Brücke, die im Bestand fehlt: Display endet nicht beim Klick. Wer über eine Anzeige gekommen ist, kann später wieder angesprochen werden — über einen eigenen Verteiler, wenn er eine Adresse hinterlassen hat, oder auf der Fläche nach dem Kauf, wenn er woanders bestellt. Wie diese Teile zusammengehören, steht in Brand Performance Marketing; wie die Ansprache danach aussieht, unter E-Mail-Marketing und Checkout.
Kapitel 07Vier Einschränkungen gehören zu diesem Kanal, und die erste betrifft alle vier Formate gleichermaßen.
Zusammengenommen ergeben sie keine Absage, sondern eine Bedingung: Display trägt dort, wo ein Umfeld bestimmbar ist und hinter dem Klick etwas wartet.
Kapitel 08Die zwei Formate, die wir aus dieser Familie anbieten, haben eigene Seiten: Native Ads und Story Ads. Wie Display in einen Gesamtplan passt, steht in Brand Performance Marketing. Und wenn du wissen willst, warum eine Flächenzusage noch nichts über Wirkung sagt, steht das in Share of Voice.
Mit dieser Antwort steht das Format, das Umfeld und die Kennzahl. Wenn Display für dein Ziel der falsche Kanal ist, sagen wir dir das.
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